Die Anfänge des Vereins
Der Verein geht auf eine Gründung im Jahre 1949 zurück. Damals fanden sich fünf gleichgesinnte Männer in einer Niederräder Gaststätte zusammen, um eine Karnevalsabteilung zu bilden. Ihre Namen sind: Hans Fabel, Oswin Margraf, Karl-Heinz Pfeffer, Konrad Trapp (er war Ehrenpräsident des NCV und lange Jahre Präsident des Großen Rates der Karnevalsvereine Frankfurts) sowie Horst Weil.
Diese Avantgarde, die schon bald Freunde und Gönner fand, fungierte in den Folgejahren als Abteilung des Turnvereins Niederrad.
Am 29.1.1949 fand im Saal der damaligen Kantine auf den Sandhöfer Wiesen der erste närrische Abend statt. Bei dieser Veranstaltung wirkte bereits ein kleines Komitee mit. Seine "Streiter in Gott Jokus" waren: Valentin Greyer, Heinrich Hochheimer, Fritz Micheel, Konrad Trapp und Georg Wißmeier.
"Die Elfer von 1949"
Nach dem ersten erfolgreichen öffentlichen Auftreten fanden neue Mitglieder den Weg zu den fröhlichen Gesellen. Im Verlauf der weiteren positiven Entwicklung der Abteilung, nicht zuletzt aufgrund der steigenden Mitgliederzahl und der wachsenden Qualität der Darbietungen, bemühten sich die Verantwortlichen auch, einen attraktiveren äußeren Rahmen für die Durchführung der Veranstaltungen in einer entsprechenden Narrhalla zu finden.
Nachdem am 7.1.1950 die Fastnachtssitzung im Clubhaus des Sportclubs Weiß-Blau erfolgreich über die Bühne gegangen war und die Abteilung nunmehr unter dem Namen "Die Elfer von 1949" hervortrat, verlegte man den Ort des närrischen Geschehens ab 1951 in die Turnhalle der Niederräder Turngesellschaft.
Einzug in die Turnhalle & Erste Garde
Ab 1951 residierte die Abteilung in der Turnhalle der Niederräder Turngesellschaft. Der Chronist hält es für müßig, die jeweiligen Sitzungsräumlichkeiten, in welchen die Abteilung residierte, in chronologischer Reihenfolge aufzuzählen. Dies würde den Leser nur ermüden; es sei nur soviel gesagt, dass ab 1954 mit dem Wiederaufbau der Turnhalle des Turnvereins, dessen Abteilung ein eigenenes Domizil zur Verfügung stand. Hier konnte die Gruppe in ihrer Entwicklung erneut einen starken Aufschwung verzeichnen. Dem Elan ihres Leiters und Sitzungspräsidenten Konrad Trapp, ist es zu verdanken, dass die Veranstaltungen in den Folgejahren zu einem gesellschaftlichen Ereignis unseres Stadtteils wurden. Er hat die damalige Karnevalsabteilung mit aufgebaut und den Verein maßgeblich zu seiner heutigen Bedeutung geführt.
Zur Geschichte der Garde darf aus Gründen der Tradition nicht unerwähnt bleiben, dass Friedel Schwenk als erste den Gedanken an eine Tanzgruppe bzw. Garde im Jahre 1951 in die Tat umsetzte, zu einer Zeit, in der der NCV noch unter dem Namen "Die Elfer von 49" bekannt war. Friedel Schwenk wirkte selbst mit und zeichnete sowohl für die Choreographie als auch die Einstudierung über Jahre hinaus verantwortlich. Die Damen der ersten Stunde waren die Tänzerinnen bzw. Gardistinnen: Käthi Bär, Anni Reichenbach, Paula Schmidt, Gretel Grund, Friedel Schwenk und Hilde Weigand.
Die NCV-Sänger
In die Annalen der Vereinsgeschichte gehören auch die NCV-Sänger (von 1954-1964). Ihre Namen sind: Anni Abel, Hilde Beckmann, Helmut Inden und Karl Ungelin. Diese Akteure verstanden es, mit Ihren gesanglichen Darbietungen von zeitgenössischen Schlagern (Ohrwürmer) mit politisch-satirischen Texten, welche einer unserer Büttenredner verfasste, Hochstimmung zu erzeugen; der Chronist begleitete sie am Klavier.
Ein Glanzpunkt dieser Truppe in den fünfziger Jahren war die "Tritsch-Tratsch-Polka", eine tänzerische Darbietung, die gesanglich von dem damaligen Katholischen Männerchor begleitet wurde und beim Publikum Stürme der Begeisterung entfachte.
Die Geburtsstunde des NCV & Das Grün-Weiße Tanzcorps
Das Jahr 1956 brachte die entscheidende Zäsur in der Vereinsgeschichte des NCV. Durch den in diesem Jahr erfolgten Vorstandswechsel im Turnverein Niederrad ergaben sich Spannungen zwischen der neuen Vereinsführung des TVN und den Mitgliedern der Karnevalsabteilung. Die Karnevalisten mussten feststellen, dass ihnen der Vorstand des TVN das bisherige Verständnis und die Toleranz nicht mehr entgegenbrachte. Die Trennung vom TVN war demzufolge unvermeidlich.
Am 11.11.1956 erfolgte dann die Neugründung unter dem Namen Niederräder Carneval Verein e.V.
Mit dem Neubeginn übernahm Konrad Kirsch (1956-1969) den Vorsitz des NCV. Er war eine Persönlichkeit, die sich bei allen damaligen Mitgliedern und Freunden des Vereins hoher Wertschätzung erfreute. Zu Ende des Jahres 1956 wurde zudem das schmucke grün-weiße Tanzcorps ins Leben gerufen.
Garde-Erfolge & Die Ära Beckmann
Als Betreuerinnen der Tanzgarde folgten Friedel Schwenk im Jahre 1962 Lotte Trapp und Maria Weiß. Unter der Ära der beiden letzt genannten Damen konnte unsere Garde in den Jahren 1964, 1965 und 1967 jeweils den 1. Preis der Frankfurter Gardeolympiade erringen. In diesem Zusammenhang ist auch die Ehrenkommandeuse der NCV-Garde, Friedel Götz, zu nennen, die mit ihrem Sinn für das praktische Leben immer dann da ist, wenn es bei der Garde etwas "auszubügeln" gibt.
Ab 1969 führte Fritz Beckmann (1969-1985) den Verein, der in den sechziger Jahren einen weiteren starken Zulauf verzeichnen konnte. Unvergessen bleiben u.a. seine geistreichen und geschliffenen Vorträge als "Chef des Protokolls" sowie seine politisch satirische Büttenrede als "Bonner Nachtwächter". Leider musste er Anfang des Jahres 1985 diese krumme und bucklige Welt verlassen.
Gründung der NCV-Kicker
Ein Hobby ganz anderer Art pflegt eine seit 1970 bestehende Gruppe, die man als "Edelkicker" des NCV bezeichnen kann. Sie spielen jeden Donnerstag ihren Hallenfußball der Extraklasse. Die Gründer der Kicker (12 Fußballer an der Zahl) sind: Manfred Kiesenwetter, Gerhard Lemcke und Manfred Wagner. Außerdem ist der Freundeskreis der NCV-Kicker bekannt for seine hervorragenden Grillfeste. Ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben der Fußballer war im Jahre 1990 die gemeinsame Fahrt in die goldene Stadt Prag.
Rainer Schroth betritt die Bühne
1978 begann Rainer Schroth zusammen mit dem ebenfalls unvergessenen, viel zu früh verstorbenen Wolfgang Liebold seine einzigartige Karriere. Mit Rainer Schroth (ab 1985 Vorsitzender) folgte dem verstorbenen Fritz Beckmann der bereits seit 1978/1979 agierende Sitzungspräsident als Vorsitzender des NCV. In der Wahl eines Mannes der jüngeren Generation zeigte sich das Bemühen, den Verein trotz zunehmenden Alters nicht älter werden zu lassen. Rainer Schroth hatte das Amt als Chef des närrischen Komitees im Jahre 1990 bereits elf mal inne.
Die Niederräder Gaudispatzen
Nach einer schöpferischen Pause wurden im Jahre 1982 die "Niederräder Gaudispatzen" ins Leben gerufen. Die Initiative zur Gründung dieser Gruppe, die zu jener Zeit aus 11 Sängern bestand, ergriff Helmut Pöhls. Helmut Pöhls stand damals der unvergessene Ludwig Wutzke zur Seite, welcher schon als Büttenredner infolge seiner Begabung für die Nonsensdichtung beim Publikum Stürme der Begeisterung auslöste. In Erinnerung bleibt die Rolle des Chorleiters (Ludwig Wutzke) in der Darbietung "Gesangsstunde". Für die Einstudierung zeichnete zunächst Wolfgang Schneider, später Edith Kühn und schließlich wieder Wolfgang Schneider verantwortlich.
Stellvertretend für die vielen treuen Helfer – die "NCV-Heinzelmännchen" – sind aus dieser Zeit unsere "Finanzdirektorin" Karin Wagner zu nennen, sowie Manfred Wagner, unser "Mann für alle Fälle". Im technischen Bereich hatte es der leider zu früh von uns gegangene Burkhard Lischka verstanden, alljährlich hervorragende Bühnendekorationen zu erstellen, tatkräftig unterstützt von Vollrat Holst. Unsere "Näherinnen vom Dienst" Rosel Lischka, Inge Schroth sowie Edith Kolmar sorgten für einen exakten Sitz der Gardistinnenkostüme.
– Friedrich A. Schwenk (Chronist der ersten 44 Jahre)
Die nächsten 11 Jahre (1993 – 2004)
Gerne hätten wir es gesehen, wenn unser bisheriger Chronist, Friedrich „Fritz“ A. Schwenk, in seiner unnachahmlichen Art und Weise die Chronik an dieser Stelle weitergeführt hätte. Aber leider sagte unser Fritz A. Anfang 2003 ein letztes Mal „Tschüss“ – wir werden Ihn nie vergessen! Nun liegt es in den Händen jung gebliebener Alt-NCV’ler, die Chronik fortzuführen.
Unter der Federführung von Vollrat Holst, Günter Schroth, Hartmut Häckert und vor allem Oswald („Ossi“) Evertse wird Jahr für Jahr eine wunderschöne Bühnen- und Hallendekoration geschaffen. Die robuste Stahlkonstruktion wurde von Rolf Rohrbach entwickelt und ist seit vielen Jahren „störungsfrei“ im Einsatz.
Das Gardecorps gewann 1993 zum vierten Mal den 1. Preis der Frankfurter Gardeolympiade. Derzeit wird es von Daniela Mahr und Katrin Rathke trainiert. Seit nunmehr über 23 Jahren verfügt der Verein auch über eine Kindertanzgarde, die "NCV-Borzel" genannt, maßgeblich aufgebaut durch Edith Lemcke. Zur Zeit besteht die kleine Garde aus 16 „Borzeln“, die von Kerstin Hafermalz betreut und von Susan Hafermalz sowie Birgit Schroth trainiert werden.
Abschied von Konrad Trapp & Neue Gruppen
Unsere ehemalige, erfolgreiche Gesangsgruppe die „Gaudispatzen“ hat sich aus verschiedenen Gründen 1996 aufgelöst. Gleichzeitig mussten wir Abschied nehmen: Konrad Trapp, Ehrenpräsident des NCV und langjähriger Präsident des Großen Rates, musste nach langer, schwerer Krankheit 1996 die fastnachtliche Bühne für immer verlassen.
Viel Spaß machen die erstmals 1996 aufgetretenen „NCV-Mäuse“, das sind Mädchen zwischen 4 und 6 Jahren. Sie werden trainiert und betreut von Steffi Hafermalz und Caroline Groß. Ein Person ist allerdings immer für „seine“ Garden da; es ist unser Archivar, Elferratsmitglied und Senator Hartmut Häckert, besser bekannt als der „Borzelvadder“.
Zudem wurde die Veranstaltung „Drei unner aaner Kapp“ ins Leben gerufen, die bis zum Jahre 2001 gemeinsam mit dem RSC Edelweiß und dem TVN stattfand.
Die Gassenhauer & Das Dreamcorps
Es ist dem engagierten Eintreten und der Initiative unseres langjährigen Vizepräsidenten Manfred Wagner („Bobbes“) zu verdanken, dass wir seit 1997 wieder eine Sangesgemeinschaft unser eigen nennen können. Die „Gassenhauer“, wie sie sich zu Recht nennen, sind mit ihren Stimmungsliedern aus dem Programm der großen Sitzung nicht mehr wegzudenken.
Eine weitere tanzende Einheit ist das sich mit Fug und Recht „Männerballett“ nennende „NCV-Dreamcorps“. Das von Andrea Groß und Birgit Schroth von Anfang an trainierte Ensemble (u. a. auch mit Beteiligung von Herren des RSC und des TVN) ist Jahr für Jahr ein Höhepunkt nicht nur unserer Veranstaltungen.
Der NCV geht online
Unsere Öffentlichkeitsarbeit wurde erfolgreich über viele Jahre von Wolfgang Schwenk aufgebaut. Seit dem Februar 1999 sind wir Dank Joachim „Jogi“ Mahr auch im Internet erstklassig vertreten (www.ncv-frankfurt.de). Dadurch bleiben wir auch mit ausgewanderten Mitgliedern und Freunden des NCV in u. a. Neuseeland, USA und Brasilien verbunden.
Wir haben es vor allem Roland Borek zu verdanken, dass der NCV in Eigenregie am Schwarzwaldstrassen-Fest und am Niederräder Weihnachtsmarkt erfolgreich teilnimmt. Roland Borek kann man auch zusammen mit Joachim Mahr und zeitweise mit Bea Borek als Retter des Niederräder Vereinsrings bezeichnen.
Karin Wagner übernimmt den Vorsitz & Öffentliche Vereidigung
Im Jahre 2001 legte unser 1. Vorsitzender, Rainer Schroth, nach vielen erfolgreichen Jahren sein Amt nieder. Ihm folgte die seit zwanzig Jahren im Vorstand als 1. Kassiererin tätige Karin Wagner als 1. Vorsitzende. Den geschäftsführenden Vorstand vervollständigt seit dieser Zeit als neue 1. Kassiererin Gudrun Rehberger.
Seit 2001 wird zudem die am 11.11. jeden Jahres stattfindende Vereidigung auf die kommende Saison in Niederrad öffentlich zusammen mit dem KV „Die Stichlinge“, dem 1. Fanfarencorps Niederrad sowie dem CC Blau-Rot durchgeführt. Die Veranstaltung ist ein großer Erfolg für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Niederräder Vereine.
Von NCV-Girls zur Fastnachtsdisco
Beim Gardecorps gab es einschneidende Veränderungen. Nach der vorübergehenden Auflösung des Gardecorps im Jahre 2002 ist es uns postwendend gelungen, eine neue Tanzgruppe aufzubauen: Aus den „Borzeln“ hervorgehend nennen sie sich fortan die „NCV-Girls“.
Auch das Partykonzept wurde angepasst: Ab 2002 nannte man die samstägliche Veranstaltung „Niederräder Fastnachtsdisco“. Im Jahre 2003 konnte man als Mitveranstalter die NTG hinzugewinnen, da der RSC leider aus dieser Runde ausgeschieden ist.
– Thomas Bonke im Januar 2004
Chronik der Jahre 2004 – 2015
Getreu dem Gründungs- und Vereinsmotto „Allen wohl und niemand weh“ sollen nun die folgenden 11 Jahre chronistisch beleuchtet werden. Wir sind stolz und freuen uns, dass wir das Jubiläum 6 x 11 Jahre Niederräder Carneval Verein zusammen mit dem letzten lebenden Gründungsmitglied (seit 2011 Ehrenmitglied) dem 93-jährigen Oswin Markgraf feiern können.
Die größten Veränderungen gab es im Elferrat. Die gewünschte Verjüngung ist gelungen. Zum Glück stehen aber die ausgeschiedenen „alten Kämpen“ Gerhard Lemcke, Manfred Kiesenwetter, Werner Blum sowie der langjährige Vizepräsident Manfred „Bobbes“ Wagner dem Verein weiterhin hilfreich zur Seite.
Leider haben uns die beiden kongenialen Bühnenaufbau-Partner Günther Schroth und Vollrat „Volli“ Holst für immer verlassen. Christian Wagner, der viele Jahre dem Mundschenk Manfred Kiesenwetter hilfreich zur Seite stand, war in der letzten Kampagne zusammen mit dem jüngsten Elferratsmitglied Marco Rodriquez im Team für diese Position zuständig. Leider schaut uns auch der frühere Mundschenk, einfühlsame Weihnachtsmann und spätere Senator Willy Oberhauser jetzt nur noch von ganz oben zu. Seine Frau – Marianne Oberhauser – hat sein Senatoren-Engagement übernommen.
Rückkehr zum "Gardecorps" & Wiederbelebung der Borzel
Die große Garde nannte sich bis 2006 NCV Girls, bevor sie sich wieder eher traditionell „Gardecorps“ nannten. Für deren Training und Betreuung sind Michaela Sliwa und Kerstin Kirsch zuständig. Wir freuen uns auf 10 Gardistinnen im Jubiläumsjahr. Neben anderen waren in den letzten 11 Jahren hauptsächlich Marion Schroth und Susi Pöhls für Training und Betreuung verantwortlich.
Nach einer kleinen Unterbrechung gibt es seit 2007 wieder die Borzel, eine Garde für Mädchen zwischen 9 und 13 Jahren. Im Jubiläumsjahr werden sie von Kerstin Kirsch trainiert und von Nina Kosok betreut. In den Jahren davor wurden sie fast ausschließlich von Michaela Sliwa trainiert und von Kerstin Kirsch betreut. Wir freuen uns in dieser Kampagne auf 10 Borzel zwischen 5 und 12 Jahren.
Roland Borek wird Vorsitzender & Die Luschedänzer
Von 2001 – 2008 führte nach dem Rücktritt von Rainer Schroth die ehemalige, langjährige 1. Kassiererin Karin Wagner den Verein. 2008 wurde der umtriebige Roland Borek zum 1. Vorsitzenden gewählt. Durch sein auch finanziell bedeutendes Engagement hatten wir es ihm schon vorher zu verdanken, dass wir in Eigenregie am Schwarzwaldstraßenfest, dem Weihnachtsmarkt und an anderen Veranstaltungen teilnehmen konnten.
Nachdem man sich anfangs hochtrabend „NCV Dreamcorps“ genannt hat, ist man seit 2008 zu der wesentlich realitätsnäheren Bezeichnung „NCV Luschedänzer“ gekommen. Die „Luschedänzer“ werden von Michaela Sliwa und Natascha Nitzsche gebändigt und von dem „Tausendsassa“ Dieter Graz betreut. Da es mit der angestrebten Synchronität aber hapert, steht wohl der Spaßfaktor im Vordergrund. Stärkste Disziplin ist wahrscheinlich das jährliche „mentale Trainingswochenende“ ohne Trainerinnen.
Abschied von Rainer Schroth als Sitzungspräsident
Bis 2011 wurde das Amt des Sitzungspräsidenten von Rainer Schroth ausgeführt. Nach offiziell 33 Jahren trat unser Rainer zurück. Keiner der Anwesenden wird jemals die emotionale Verabschiedung zur Prunksitzung 2011 vergessen. Zum Heringsessen 2013 wurde Rainer Schroth mit stehenden Ovationen die Ehrenpräsidentschaft verliehen. Möglich war dieses intensive Vereinsleben nur durch die tatkräftige Unterstützung seiner Frau Marion.
2012 übernahm der erfahrene Manfred „Manni“ Pöhls zusammen mit dem jungen Dominique Groß das Amt des Sitzungspräsidenten. 2013 präsidierte „Manni“ dann alleine.
Niederrad-Lied & Trauer um Kurti Kirsch
Die vereinseigene Gesangstruppe, die „Gassenhauer“, brachten 2012 ein sehr schönes Lied über unseren Stadtteil Niederrad zum Besten. Ein maßgebliches Mitglied der „Gassenhauer“, unser langjähriger lyrischer Tenor und Solist „Kurti“ Kirsch weilt leider auch nicht mehr unter uns. Unvergessen ist sein Vortrag mit dem eher großen, schlanken Gerhard Lemcke als „Tramps von Niederrad“.
Stabübergabe an Jogi Mahr
Im Jahre 2013 musste Roland Borek aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des 1. Vorsitzenden zurücktreten. Dennoch können wir weiterhin mit seiner Hilfe rechnen. 2013 folgte Joachim „Jogi“ Mahr. Jogi Mahr ist einer der Retter des ehemaligen Vereinsrings, einer der Organisatoren des Schwarzwaldstraßenfestes und für unseren Verein sehr wichtig als Aufbauer der Internet-Präsenz.
Damen im Elferrat & Abschied von Karin Wagner
Im Jahr 2014 geschah das „Undenkbare“ – DAMEN im Elferrat! Eine der Damen – Becky Suck – präsidierte gleich im ersten Jahr zusammen mit „Manni“ Pöhls.
Am 30.10.2014 erhielten wir die traurigste Nachricht der letzten 11 Jahre – unser Stern, unsere Sonne Karin Wagner hat uns für immer verlassen. Sie war eine erfolgreiche Gardistin und eine gefeierte Vortragende von überregionaler Bedeutung. 2008 wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielt 2014 unter tosendem Beifall die Erinnerungsnadel in Gold. Karin Wagner und Rainer Schroth waren zweifelsfrei die beiden wichtigsten Personen dieser Chronik-Periode.
In tiefer Trauer mussten wir im vergangenen Jahr auch von Renate Schwenk, der lieben Frau von Wolfgang Schwenk, Abschied nehmen, die nach schwerer Krankheit verstarb.
Das große Jubiläumsjahr: 6 x 11 Jahre NCV
Im Jubiläumsjahr 2015 wird ein weiterer Meilenstein erreicht: Die beiden Damen Becky Suck und Natascha Nitzsche (geb. Rehberger) teilen sich das Amt des Sitzungspräsidenten. Der NCV kann mit Stolz behaupten, dass er jüngere gesellschaftliche Entwicklungen bis in die höchsten Positionen freiwillig und ohne Quote umgesetzt hat.
Die in dieser Kampagne nicht auftretenden Mäuse wurden im Berichtszeitraum meistens von Petra Wagner trainiert und von Nina Kosok betreut. Die "NCV Kicker" pflegen weiterhin ihre Traditionen mit dem jährlichen Sommerfest, der Weihnachtsfeier für die „Zusatzzahlen Tipper“ (organisiert von Wolfgang Schwenk) und der 3-tägigen Reise von Reisemarschall Thomas Mai. Eugen Faber und Dieter Müller („Pfennischfuchser“) verwalten die Finanzen, während Franz Restek (Herr „Binding“) für die flüssige Nahrung sorgt. Die „Fasnachtsdisco“ wird weiterhin engagiert vom Ehepaar Eibner (Sabine und Jürgen) organisiert.
Wie man an Hand der häufigeren Wechsel bei den Positionen ersehen kann, ist das Ausüben eines Ehrenamtes im Vereinsleben nicht einfacher geworden. Dennoch ist es dem Niederräder Carneval Verein auch im letzten Jahrelft gelungen, alle Abteilungen nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch weiter zu entwickeln.
Frankfurt-Niederrad, im Januar 2015
Thomas Bonke
Nach dem großen Jubiläum & Ein großer Einschnitt
Nach dem großen Jubiläumsjahr 2013 begann 2014 für den Niederräder Carneval Verein (NCV) mit vielen Veränderungen. Gudrun Rehberger übergab das Amt der 1. Kassiererin an Sabine Eibner. Der traditionelle Pfingstausflug führte mit der „Ebbel-Ex“ vom Haardtwaldplatz über die Bruchfeldstraße bis zum Oberforsthaus, wo gemeinsam gefeiert wurde. Zudem gaben Ruth und Hartmut die Organisation der beliebten Disco ab – für die Nachfolge wurde tatkräftige Unterstützung gesucht.
Der 1. Juli 2014 markierte einen großen Einschnitt: An diesem Tag fand die 2. Prunksitzung in der TVN-Halle statt – und gleichzeitig wurde klar, dass sich für den NCV vieles ändern würde. Trotz erneuter Anfrage erhielten wir vom TVN keine Zusage für eine weitere Nutzung der Halle. Die Anwesenden machten ihrem Unmut Luft: Nach 66 Jahren wollte niemand die Halle kampflos aufgeben. Beschlossen wurde, den Vorgang öffentlich zu machen und Politik sowie Presse zu informieren.
Allen war bewusst, dass wir uns schnell um neue Räumlichkeiten für künftige Sitzungen und Lagerflächen kümmern mussten. Dieser Tag markierte einen Wendepunkt – ein schmerzlicher Verlust, der den Verein nachhaltig prägte. Trotz allem richteten wir nach Auflösung des Vereinsrings erstmals selbst den Seniorennachmittag aus und beteiligten uns im Advent mit einem zehn Meter langen Stand am neu entstehenden Weihnachtsmarkt an der Schwanheimer Straße.
Aufbruch in eine neue Ära
Das Jahr 2015 brachte den Umzug unseres Archivs von der NTG in zwei Garagen in der Goldsteinstraße. Die erste Prunksitzung im Holiday Inn Frankfurt Airport North wurde ein voller Erfolg und läutete eine neue Ära der „Narrhalla“ ein. Mehrere Aufräumaktionen halfen, Material zu sichten und zu entsorgen.
Mit Wehmut verabschiedeten wir uns in diesem Jahr von Günter „Pius“ Schätzle, der nach vielen schönen Jahren in Niederrad in seine Heimat zurückkehrte.
Große Umzüge & Vorstandswahlen
Die vollständige Räumung des NCV-Kellers erforderte im Jahr 2016 vereinte Kräfte und den Einsatz mehrerer Container.
In der Mitgliederversammlung gaben Sabine und Jürgen Eibner ihre Vorstandsämter ab. Bernhard Groß wurde zum zweiten Vorsitzenden gewählt, und Joseph McNamara übernahm das Amt des Beisitzers.
„Wilder Sommer“
Am 22. Juli 2017 feierten wir ein stimmungsvolles Sommerfest. Trotz wechselhaften Wetters und großem logistischem Aufwand war es ein voller Erfolg, bei dem sogar Gäste des benachbarten Weinstands den Weg zu uns fanden.
Zudem stellte sich Christoph Boehm erfolgreich als neuer 1. Kassierer vor.
Neue Teams & Trainerwechsel
Dieses Jahr war von starken personellen Veränderungen geprägt. Michaela Sliwa und Natascha Nietzsche wurden für ihr langjähriges Engagement verabschiedet.
Im Zuge dessen formierten sich neue Trainerinnen und Trainer für unsere Gruppen:
- Garde: Tatjana Sliwa und Janina Viehl
- Männerballett: Tatjana Sliwa und Sabrina Pöhls
- „Mäuse“: Janina Viehl
- „Borzel“ (Showtanz): Marina Semren gemeinsam mit Steffi Mahr
Auf Vereinsebene wurde Andy Groß als neuer zweiter Kassierer gewählt.
Modernisierung der Satzung
Die Mitglieder beschlossen 2019 wichtige Satzungsänderungen, die Jürgen Eibner zur offiziellen Eintragung beim Amtsgericht einreichte.
Aus Umwelt- und Kostengründen wurde auf den klassischen Druck der neuen Satzung verzichtet und den Mitgliedern stattdessen eine zeitgemäße, digitale Version bereitgestellt.
Die Corona-Jahre (2020–2021)
Die weltweite Pandemie stellte den NCV in den Jahren 2020 und 2021 vor beispiellose Herausforderungen. Sämtliche Veranstaltungen, Proben und Prunksitzungen mussten abgesagt werden, wodurch ein Großteil des gewohnten Vereinslebens wegbrach.
Besonders schmerzhaft: Die „Borzel“ und die „Mäuse“ standen plötzlich ohne Trainerinnen da, wodurch einige Kinder ihre Mitgliedschaft im Verein kündigten. Trotzdem hielt die Gemeinschaft fest zusammen – mit digitalen Treffen, kleinen kontaktlosen Aktionen im Freien und viel kreativer Improvisation.
Neustart & Einzug bei der TuS Schwanheim
Mit frischem Mut ging es nach den Pandemiejahren weiter. Andy und Bernhard Groß schieden aus dem Vorstand aus. Joseph McNamara wurde zum neuen zweiten Vorsitzenden gewählt, während Patrick Schellhorn das Amt des zweiten Kassierers übernahm. Zudem wurde Hagen zum Zugmarschall ernannt und kümmert sich seither engagiert um die Organisation des Fastnachtsumzugs.
Ein besonderer Meilenstein dieses Neustarts war die erste Prunksitzung bei der TuS Schwanheim, die den Mitgliedern und Gästen ganz neue Möglichkeiten für eine stimmungsvolle Fastnacht bot. Ein weiteres Highlight: Thomas Bäppler-Wolf („Bäppi“) wurde feierlich zum Ehrenmitglied ernannt.
Neue Strukturen & Das Vereinsleben (2023–2024)
Der Vorstand erweiterte sich um Caro Maly als zweite Schriftführerin. Es folgte eine erfolgreiche Gemeinschaftssitzung mit den Aquilas und CC La Bele im Bürgerhaus Goldstein. Außerdem erhielten wir einen neuen, dringend benötigten Lagerraum bei Steppo für das Material rund um den Umzug und die Sitzungen.
Das Vereinsleben in den Jahren 2023 und 2024 entwickelte sich in den Gruppen prächtig weiter:
- Bembelballerinen: Aus den ehemaligen Luschedänzern und den Gardemädels entstand eine neue, gemischte Tanzgruppe – ein herzlicher Dank geht an Tatjana Sliwa für die Leitung.
- Große Garde: Dank Marina Semren hat die Gruppe wieder eine feste Trainerin und wächst stetig.
- Frankfurter Garde: Jacqueline Schulz vertritt den NCV dort seit vielen Jahren mit großem Engagement.
- Seniorennachmittag: Bereits zum 12. Mal fand dieses beliebte Treffen statt – gestützt durch Musik, ein Quiz und ein großartiges Helferteam.
Stärkung des Vereins & Neue Ämter
Das Jahr 2024 stand ganz im Zeichen neuer Projekte und einer spürbaren Stärkung der internen Vereinsarbeit nach den vorangegangenen, herausfordernden Jahren. Nicole Schellhorn übernahm das verantwortungsvolle Amt der ersten Archivarin, unterstützt von Hagen Berbert als zweitem Archivar. Hartmut Häckert wurde für seine besonderen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.
Ein schöner geselliger Höhepunkt war zudem eine fröhliche Altstadtführung mit Bäppi, die im Paulaner am Dom ihren gemütlichen Ausklang fand.
Frischer Schwung & Das Umzugsabenteuer
Das Jahr 2025 brachte viele neue Impulse. Seit Mai 2025 gibt es den NCV-Stammtisch, der sich an jedem zweiten Donnerstag im Monat in der NTG-Gaststätte als fester Treffpunkt etabliert hat. Bei den Feierlichkeiten zu „125 Jahre Niederrad“ war der NCV mit einem eigenen Slush-Eis- und Gyros-Stand vertreten. Für den Frankfurter Umzug wurde ein eigener Hänger angeschafft, der dankenswerterweise bei Stephan Eheim abgestellt werden darf. Eine gesellige Planwagenfahrt in Hochheim rundete die Aktivitäten ab.
Große Fortschritte gab es in der Nachwuchsarbeit: Seit diesem Jahr trainieren Doreen Meißner und Katrin Weindl die „Mäuse“ und die „Borzel“ – ein extrem wichtiger Neustart für unseren Nachwuchs. Im Rahmen der Ehrungen wurde Dieter Graz für sein langjähriges, unermüdliches Engagement zum Ritter des NCV geschlagen.
Beim Frankfurter Faschingsumzug 2025 war echte Improvisation gefragt: Der ursprünglich gemietete LKW fiel kurzfristig wegen fehlendem TÜV aus. Nach unzähligen Telefonaten erhielten wir in letzter Sekunde einen Ersatzwagen vom Großen Rat. In einer wahren Hauruckaktion luden zahlreiche Helfer das gesamte Material um – inklusive unseres Dixiklos, das dank Steppos spontaner Idee kurzerhand per Stapler auf den Hänger gehoben wurde. Trotz aller Turbulenzen bot der NCV einen großartigen Auftritt beim Umzug – ein grandioser Beweis für unseren Teamgeist und echte Nervenstärke!
Frankfurt-Niederrad, im Februar 2026
Joachim Mahr